Auswertung EMMAUS Geschichtswohnprojekt

Zur Schließung des EMMAUS-Geschichtswohnprojektes fand am 8. Januar 2025 online ein Auswertungstreffen statt. Auch die Schwestern der Mitteleuropäischen und der Englischen Provinz waren eingeladen, die Ergebnisse und Einschätzungen der Fellows zu hören und Rückfragen zu stellen.

Das Meeting wurde aufgezeichnet und liegt für künftige Projekte als „Vorlage“ vor.  

Der RÜCKBLICK zeigt DREI PHASEN:

1.       12/2019-02/2020 VORBEREITUNG DES ORTS

Beschluss d. Provinzleitung – Konkretisierung mit Schwestern der Provinz – Projektname und Motto gingen z.B.  aus Überlegungen mit Sr. Ortrudis Hecht CJ und Sr. Helmtrud Negele CJ hervor – Beratung durch Historisches Kolleg München, DHI Paris (beides Fellow-Kollegs) und Don-Bosco-Studentinnenwohnheim München – Vintage-Einrichtung aus Beständen des Hauses – Probenutzung durch DENKKOLLEKTIV & Korrekturen – Eröffnung. 

Wegen der aufkommenden COVID-Pandemie und der Kontaktbeschränkungen wurde eine Woche später das Haus abgeriegelt. In der Situation eine Gemeinschaftsküche mit in der Stadt mobilen Fellows! Ein Problem.  

2.       03/2020-02/2022 ARBEIT GEMÄSS KONZEPT

Trotzdem kamen, unter schwierigen Bedingungen, erste Fellows. Erster Lernschritt: Ein erst restriktiver Stil wurde zu einer durch die Fellows gestalteten Form. Die wöchentlichen Abendtreffen begannen. Zwei bis vier Fellows, wechselnd aus Europa und den USA, zusammen mit Sr. Britta, in den Zimmern am Kirchhof. Die ersten Aktivitäten gemeinsam mit dem Archiv, ein Workshop mit Einführung in Oral History und gemeinsame Schwesterninterviews, fanden statt. Auch die Ukrainerin Dr. Viktoria Soloschenko war EMMAUS-Fellow: noch friedvoll und ganz routinemäßig.  

3.       03/2022-12/2024 KRIEGSBEDINGTE ERWEITERUNG (INNERLICH & ÄUSSERLICH)

Kriegsbeginn in der Ukraine. Deutsche Unis versuchten, Kolleginnen die Fortsetzung ihrer Berufstätigkeit zu ermöglichen. Die LMU ging in Kooperation mit dem EMMAUS-Projekt. Die CJ Nymphenburg öffnete einen zusätzlichen Flurtrakt im Schwesterngebäude. Historikerinnen kamen mit Kindern. Eine Professorin hatte auf der Flucht ihre alte Mutter durch einen Fluss getragen, weil die Brücke schon gesprengt war – und nun waren beide da. Eine ganz neue Situation ergab sich. Die neuen Gäste brachten ihre Erfahrungen mit ein, das Nachdenken über das „Erzählen der eigenen Geschichte“ wurde anders. Zugleich kamen weiter Fellows aus Deutschland, Tschechien, Asien und den USA. Zeitweise waren 15 Fellows gleichzeitig da. Die Plätze waren jetzt bekannt und begehrt. Und die Pandemie war zu Ende.

Sommer 2023 (Sr. Brittas Tertiatsbeginn) übernahmen Fellows selbst die Organisation, mit Ansprechpartnern am Ort f. Bedarf. Vielgestaltiges Engagement von Schwestern der CJ Nymphenburg (Sprachunterricht, Interviews, Gesprächen, Hilfen) hatte eine dafür ausreichende stabile und autarke Einwurzelung am Ort ermöglicht. 

 

VERTEILUNG DER FELLOWS ÜBER DIE DAUER DER LAUFZEIT:

BEISPIELE FÜR ARBEITEN DER FELLOWS MIT CJ-BEZUG:

·         Lea Charlotte Schneider: Fotobuch z. Ausbildung Gestalter (mit Interview mit Sr. Magna Waldmüller)

Ø  Auszüge auf Youtube:



·        Julia Pflug: Doktorarbeit über die Klosterapothekerin Barbara Wild IBMV (1747-1815).

Ø  Einladung: Das Stadtmuseum Burghausen veranstaltet im Rahmen der Feier 1000 Jahre Burghausen eine Vortragsreihe, am 18. Juli spricht Julia Pflug über Barbara Wild. Sie lädt herzlich ein zum Vortrag (Informationen auf der Museums-Homepage folgen). 

·         Natalia und Sophia Pipchenko: Digitalisierung der DIA-Sammlung Nymphenburg mit Fotos ab den 1960er Jahren (ca. 4500 DIAs).

Ø  Weiterverarbeitung & Ausblick: Die Digitalisate wurden mittlerweile in eine Datenbank eingefügt, derzeit noch hinter einer Passwortschranke. Die Sammlung bildet, zusammen mit einer von Frau Dr. Theresa Häusl angelegten Bild- und Objektdatenbank, den Beginn einer größeren Onlineverfügbarkeit von Archivbeständen.

Weitere Fellow-Arbeiten finden sich auf der Fellows-Profilseite

TAGEBUCH MEHR FÜR INTERNE ERINNERUNG

Die wöchentlichen EMMAUS-Abendgespräche wurden in einem Tagebuch skizziert, mit Stichworten der Diskussion und anderen Elementen des Abends. Jede anwesende Person, auch die Kinder, fügten ihre Elemente hinzu. Die entstandenen Skizzenbücher erschließen sich fast nur dem Blick des Zugehörigen: beinahe chiffrierte Bilder der Gemeinsamkeit.

Auszüge:

 

RÜCKMELDUNGEN DER FELLOWS AUS DEM GESPRÄCH IN STICHPUNKTEN:

-          Kennenlernen des Ordensalltagslebens half beim Verstehen der Ordensgeschichte.

-          Ordensleben so aus der Nähe zu erleben war interessant, attraktiv.

-          Individuelle Kontakte mit Schwestern waren wichtig.

-          Der einfache Stil wurde fokussierend empfunden, bzw. gar nicht: Luxus der Stille und Natur.

-          Zusammenleben-Lernen mit unterschiedlichen Menschen war wichtig.

-          Mix aus Handwerksmeisterausbildungen und „Akademia“ wurde als besonders schön erlebt.

-          Krieg als „Daseins-Grund“ hinderte einige lange, die genuin eigene Motivation zu entdecken.

-          Überraschung, wie sozial, aktiv und mobil CJ Ordensfrauen sind (Fotos, und heute).

-          Das Archiv sollte mehr auch online gehen und sich mehr öffnen. 

ZULETZT NOCH DIE ENTSTEHUNG DER „Hl. BARBARA“ ALS MEISTERSTÜCK – MIT ERFOLG!

Ein dreidimensionales Meisterstück entstehen sehen – auch das kam vor. Im Arbeitsraum der Fellows entstand der Strahlenkranz, Freuden und Sorgen wurden geteilt, und die Abschlussausstellung besuchten natürlich auch alle: 


 

Text und Bilder: Sr. Britta Müller-Schauenburg CJ